Bessere Datenvisualisierung

Die Unabhängigkeitsabstimmung in Schottland rückt dieses Land aktuell in den Aufmerksamkeitsfokus der Presse. Zur Analyse der Schottischen Wirtschaft erschien in der Zeit dazu diese Woche folgende Grafik, die nachfolgend analysiert und optimiert wird. Dabei liegt der Fokus nicht darauf, mit welchen technische Tools dies zu erreichen ist, sondern auf den einfachen Anpassungen der Grafik.

 

Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-09/schottland-wirtschaft-zweige

 

Diese Grafik veranschaulicht mehrere Problemfelder moderner Statistiken, die im Folgenden Schrittweise verbessert werden um die Lesbarkeit und Informationsdichte zu erhöhen.

 

Der Diagrammtyp:

Tortendiagramme sind zwar teilweise hübsch anzusehen, sie sind zum Vergleich von Daten aber meistens ungeeignet, da es den meisten Menschen schwer fällt, die Flächen zweier Ausschnitte exat zu vergleichen, wähend sie verhältnismäßig viel Platz einnehmen. Ist der Anteil der Logistik größer oder kleiner als der Anteil des produzierenden Gewerbes? Ohne die Zahlen zu lesen wird es schwierig, hierzu eine Aussage zu treffen.

Daher ändern wir den Diagrammtyp besser in ein Balkendiagramm:

 

 

Mit dem Balkendiagramm ist es bereits deutlich einfacher zu sagen, welches Gewerbe einen größeren oder kleineren Anteil hat. Es bleiben aber nach wie vor Probleme:

 

Unnötige Farben und Legende

Das Diagramm ist leider nach wie vor nur lesbar, indem man zwischen der Graifk und der Legende hin und her wechselt und die Farben vergleicht. Das hat zur Folge :

1)      dass die Grafik für farbenblinde Leser unlesbar ist und

2)      macht es das Lesen unnötig kompliziert und erschwert damit die schnelle Informationsaufnahme

 

Das Ziel von uns ist immer, Farben nur dort einzusetzen, wo sie wirklich notwendig sind um Werte hervorzuheben. Die unnötigen zusätzlichen Linien und Achsenmarkierungen werden wir bei dieser Gelegenheit gleich mit entfernen.

Die nächste Version der Graifk sieht dementsprechend folgendermaßen aus:

 

 

Wie man sieht, ist bei korrekter Beschriftung der Grafik gar keine Legende mehr nötig, da die Beschriftungen direkt in das Diagramm integriert werden können. Damit fallen unnötige Farben ebenfalls weg und Farben können wieder gezielt eingesetzt werden um einzelne Werte hervorzuheben.

 

Beschriftungen und vermeiden von Redundanzen

Informationen, die für alle Daten gelten, sollten nach Möglichkeit nicht jedes Mal wiederholt werden, sondern stattdessen ein Mal im Titel angegeben werden. In diesem Fall ist dies die Information, dass es sich um den Anteil an der Gesamtwirtschaftsleistung in % handelt. Also nicht etwa um Mio € Umsatz oder Ähnliches. Außerdem sollte das Jahr angegeben werden. Auch die Redundanz von „Schottlands Wirtschaft“ und „Schottlands Festlands-Wirtschaft“ im Titel wird bei dieser Gelegenheit entfernt.

 

Hinweis:

Im Original-Text wird kein Hinweis darauf gegeben, aus welchem Jahr die Daten stammen. Aus den Daten unter http://www.scotland.gov.uk/ geht aber hervor, dass die Wirtschaftsdaten vermutlich aus dem Jahr 2011 stammen. Daher wird dies hier angenommen. Grundsätzlich sollte immer der Bezugs-Zeitraum im Diagramm mit angegegeben werden.

 

 

Hervorheben der zentralen Aussage

Wie bereits gesagt sollten Farben nur dort eingesetzt werden, wo sie eine zusätzliche Information bieten bzw. eine Aussage unterstützen. Suchen wir also nach der gewünschten zentralen Aussage des Diagramms.

Der Original Artikel trug den Titel „Von wegen nur Schafe“.

Der Autor wollte also ganz offensichtlich das Vorurteil widerlegen, dass Schottlands Wirtschaft zu einem großen Teil von der Landwirtschaft abhängig ist. Tatsächlich sehen wir in dem Diagramm, dass die Landwirtschaft nur 1% ausmacht. Dank der reduzierten Grafik können wir diese Aussage nun direkt im Diagramm hervorheben:

 

 

Selbst ohne zusätzlichen Text wird der Blick nun auf den Anteil der Landwirtschaft an der schottischen Wirtschaft gelenkt. Die Grafik selbst bleibt aber kompakt und leicht lesbar, ohne den Leser abzulenken.

 

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